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Scherben sind das Ergebnis unglücklicher Umstände oder Zufälle. Sie gehören auf die Verlustseite unseres Lebens, da, wo wir ärmer werden. Manchmal kommt einem
das Leben selbst wie ein Scherbenhaufen vor.
Man steht davor und weiß nicht, wie das alles wieder heil werden soll. Dann ist zuviel zu Bruch gegangen – vielleicht Freundschaften oder die Beziehung zum Partner oder einem Kind. Auch in uns selbst kann etwas zerbrechen. Unser Selbst kommt uns dann vielleicht wie ein Scherbenhaufen vor. Wir bestehen aus Bruchstücken, die zusammen keinen Sinn machen. An den scharfen Bruchstellen schmerzt es. Oder wir fühlen uns wie eine einzelne Scherbe – wir gehören nirgendwo wirklich hin und passen nicht zu anderen Menschen. „Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe“, heißt es in einem alten Gesang in der Bibel, in einem Psalm (Psalm 22, Vers 16a).
Bernd Lehmann hat wertlose Scherben zu einen wertvollen Bild zusammengefügt.
Getragen von seiner künstlerischen Vorstellungskraft, hat er viele einzelne Bruchstücke zu einem neuen Ganzen zusammengefügt. Die beiden Gesichter auf seinem Bild weisen darauf hin, dass es ihm dabei um das Zerbrochene in uns und zwischen uns ging. Das, was jedoch die Linien der beiden Gesichter bildet, ist eine andere, eine zweite Form. Bernd Lehmann hat dabei an den Abendmahlskelch und den Taufstein gedacht. Beides, Abendmahl und Taufe, sind zeichenhafte Handlungen, die auf Gott hinweisen. Damit ist der Künstler selbst ein Bild für Gott geworden, denn wie er nimmt auch Gott wertlose Scherben – gescheiterte und zerbrochene Menschen - und schafft aus ihnen und mit ihnen etwas, das Bedeutung hat und Wert besitzt.
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